DAX, zu früh für Short-Spekulation?
21.09.2017 - 09:05:51 Uhr
Helaba
Frankfurt a. M. (www.derivatecheck.de) - Die Technischen Analysten bei der Hessischen Landesbank Helaba berichten von deren aktuellen Blick auf das deutsche Aktienbarometer DAX:
Im Vorfeld der FOMC-Entscheidung haben sich die Aktienmärkte kaum bewegt. Die US-Notenbank hat erwartungsgemäß die Bilanznormalisierung angekündigt, die Leitzinsprojektionen aber nur minimal gesenkt. FOMC-Mitglieder halten bis Ende dieses Jahres eine und bis Ende 2018 drei weitere Erhöhungen für angemessen. Dies ist noch immer mehr als marktseitig erwartet wird. Die Aktienmärkte haben sich per saldo stabil gehalten. Der DAX beendete den Handel bei 12.569 Punkten (+0,06 %). An der DAX-Spitze standen die Papiere von RWE, EON, Linde und ThyssenKrupp. Das Industrieunternehmen will mit dem indischen Konkurrenten Tata Steel zum zweitgrößten Stahlkonzern fusionieren. Gefragt waren auch die Anteilsscheine der Deutschen Telekom, wofür positive Analystenkommentare und Fusionsgespräche zwischen der Telekom-Tochter T-Mobile US und dem US-Konzern Sprint verantwortlich zeichnen.
Dem DAX ist es zwar gelungen, wichtige Hürden zu überwinden, die Anstiegsdynamik hat aber nachgelassen. Seit Tagen pendelt der Leitindex in einer engen Spanne, wodurch sich die technischen Indikatoren zum Teil eingetrübt haben. Der Stochastic steht im Verkauf und das Kursmomentum lässt nach. Noch ist es aber zu früh, um auf eine größere Korrektur zu setzen, denn das übergeordnete Bild ist konstruktiv. Positiv zu beurteilen ist die Tatsache, dass die 200-Tagelinie mehrfachen Tests standgehalten hat und der Juni-Abwärtstrendkanal nachhaltig überwunden werden konnte. Auch die 100- und 55-Tagelinie wurden überschritten sowie wichtige Retracements. Insofern bleiben die Chancen gewahrt, dass es nach einer kurzen Verschnaufpause zu einer erneuten Befestigung kommen wird, die als Ziel das bisherige Allzeithoch bei 12.951 Punkten hat.
Auch im Wochenchart ist das Bild mit dem seit 2009 bestehenden Aufwärtstrendkanal konstruktiv, wenngleich das MACD-Kaufsignal noch auf sich warten lässt. Der Stochastic richtet sich aber oberhalb seiner Signallinie gen Norden. Die Unterstützungslinie des Aufwärtstrends 2016, die im Juli dieses Jahres unterschritten wurde und derzeit bei 12.850 Punkten verläuft, ist ein wichtiger Widerstand auf dem Weg nach oben. Unterstützungen sind im Bereich 12.481/89 (Gap) und 12.463 (100-Tagelinie) zu finden. Darüber hinaus ist das Kursgap vom 11. September bei 12.321/81 sowie die 55-Tagelinie bei 12.291 zu nennen.
"DAX, der zyklische Gegenwind".
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