DAX, das technische Setup
20.09.2017 - 09:01:22 Uhr
Helaba
Frankfurt a. M. (www.derivatecheck.de) - Die Technischen Analysten bei der Hessischen Landesbank Helaba berichten von deren aktuellen Blick auf das deutsche Aktienbarometer DAX:
Die europäischen Aktienmärkte treten seit letzter Woche mehr oder weniger auf der Stelle. Nach der massiven Erholung seit Ende August ist dies zunächst nicht ungewöhnlich. Allerdings stellt sich die Frage nach der Nachhaltigkeit der erreichten Kursniveaus. Die ZEW-Umfrage, die deutlich oberhalb der Erwartungen lag, sorgte gestern nur kurzfristig Impulse. Am Ende des Tages gingen DAX und EuroStoxx50 mit leichten Abschlägen aus dem Handel. Heute könnten sich die Marktteilnehmer im Vorfeld der FOMC-Entscheidung in den USA erneut zurückhalten. Die Fed-Entscheidung dürfte mit gemischten Gefühlen verfolgt werden, denn zum einen wären Signale in Richtung fortgesetzter Zinserhöhungen ein Ausweis dafür, dass die US-Konjunktur für ausreichend robust gehalten wird. Zum anderen haben die Finanzmärkte in den letzten Monaten das Risiko von Zinserhöhungen weitgehend ausgepreist. Angesichts der wieder erhöhten Bewertung, vor allem in den USA, sowie der jüngsten Rekordstände beim S&P 500 und beim Dow Jones sollten belastende Wirkungen nicht ausgeschlossen werden. Zudem wird allgemein der Einstieg in die Bilanzverkürzung der Fed erwartet. Eine Zeitenwende. Die überreichliche Liquiditätsversorgung bildet sich zukünftig zurück.
Das technische Setup beim DAX ist noch immer konstruktiv, auch wenn der deutsche Leitindex keine Dynamik nach oben aufnehmen konnte. Mit 12.561 Zählern bewegt sich der Index weiterhin oberhalb des 61,8 %-Fibonacci-Retracement bei 12.537. Die Erholung vom Tief bei 11.868 Punkten hat sich damit aber noch nicht nachhaltig in einen neuen Aufwärtstrend gewandelt, der als Ziel das bisherige Allzeithoch bei 12.951 Punkten hätte. Auf dem Weg dorthin wäre noch die Widerstandszone um 12.675 Punkte zu beachten. Auch der EuroStoxx50 kommt nicht recht vom Fleck und handelt leicht unterhalb des 61,8 %-Niveaus. Indikatorenseitig werden beide Indizes durch ansteigende MACD und DMI unterstützt. Die ADX-Werte liegen aber gleichermaßen unterhalb von 20 und so ist dies auch ein Signal für die fehlende "Trendstärke". Auf der Habenseite kann aber verbucht werden, dass trotz der Verschnaufpausen die Kurse oberhalb der 100-Tagelinien liegen.
"DAX, der Spielraum für Fortsetzung".
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