Frankfurt a. M. (www.derivatecheck.de) - Die Technischen Analysten der DZ Bank berichten von deren aktuellen Blick auf das deutsche Aktienbarometer DAX:
Zum großen Verfall an den Terminmärkten zeigte sich der deutsche Blue Chip-Index am Freitag (sog. "Hexensabbat") recht schwankungsarm. Erst mit einer zunächst schwächeren Handelseröffnung an der Wall Street überwogen dann am Nachmittag die Verkäufe am Markt. Nach einem fast 700 Punkte betragenden Kursanstieg binnen zwei Wochen konsolidiert das Aktienmarktbarometer im kurzfristigen Kontext damit auf hohem Niveau.
Weiterhin überwiegen die doch recht positiven charttechnischen Signale, die der DAX in den letzten Wochen etablieren konnte. Neben der Bestätigung der Unterstützung um 11.940 Punkte und dem Durchbruch über die obere Begrenzung des seit Juni intakten abwärts gerichteten Trendkanals muss hier insbesondere die Verteidigung der 200 Tage-Linie (akt. 12.115 Pkt.) genannt werden. Aus charttechnischer Sicht ergibt sich daher ein weiter gehendes Anschlusspotenzial bis zum Reaktionshoch vom 13. Juli um 12.675 Punkte.
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Unverändert kritisch zu betrachten ist das Phänomen, dass der "strategische Bias" am deutschen Aktienmarkt (die Sechsmonats-Erwartungshaltung der Investoren) seit einigen Monaten fast ununterbrochen im Steigflug ist. Damit limitiert der "sture" strategische Optimismus die weiter gehende Kursfantasie. Denn insbesondere aus zyklischer Sicht käme eine Marktumkehr nicht überraschend. Die "Überraschung" ist hierdurch in einem potenziellen Topbildungsprozess zu finden, der gegenwärtig von der Mehrheit der Marktteilnehmer nicht antizipiert wird. Wichtig für dieses Szenario ist jedoch weiterhin, dass auch charttechnisch der Übergang in einen Topbildungsprozess bestätigt wird. Dies ist aktuell sowohl für den US-amerikanischen Aktienmarkt als auch für den DAX noch nicht abzuleiten.