Frankfurt a. M. (www.derivatecheck.de) - Die Technischen Analysten bei der HSBC Trinkaus & Burkhardt berichten von deren aktuellen Blick auf das deutsche Aktienbarometer DAX:
Nach der markanten Verkaufswelle am Dienstag zeigte sich bereits am gleichen Tag die Neigung einiger Marktteilnehmer, "auf tiefem Niveau" erste Zukäufe zu tätigen. Diese Tendenz setzte sich auch gestern weiter fort. Hierdurch wurde zugleich fast schon die Eröffnungslücke vom Dienstag um 12.065 Punkte wieder geschlossen.
Nach dem deutlichen Unterschreiten der 200 Tage-Linie (aktuell bei 12.015 Punkten) konnte somit die kurzfristig "überverkaufte" Situation genutzt werden. Insgesamt bleibt jedoch ein Test der wichtigen Durchschnittslinie auf der Tagesordnung. Charttechnisch betrachtet, ist mit der Herausbildung eines neuen Bewegungstiefs im laufenden mittelfristigen Abwärtstrend von Juni dieser unverändert als intakt zu bezeichnen. In diesem Kontext verbleibt das erhöhte Risiko, dass die 200 Tage-Linie im weiteren Verlauf nicht nachhaltig verteidigt werden kann.
Anzeige
Gelingt somit keine nachhaltige Rückeroberung, trübt sich das Gesamtbild beim DAX nochmals deutlicher ein. Die direkten Anschlussrisiken wären hierdurch zunächst auf 11.400 Punkte zu beziffern. Darüber hinaus zeigt sich im übergeordneten Chartbild das Risiko, dass die untere Begrenzung des längerfristig aufwärts gerichteten Trendkanals von Anfang 2016 unterschritten wird. Zusammen mit dem aktuell ungünstig zu interpretierenden zyklischen Umfeld wäre damit sogar eine deutlichere Ausweitung der Korrekturbewegung bis 10.800 Punkte zu erwarten.