DAX und die "Mauer der Angst"
21.06.2017 - 10:23:33 Uhr
DZ BANK
Frankfurt a. M. (www.derivatecheck.de) - Die Technischen Analysten der DZ Bank berichten von deren aktuellen Blick auf das deutsche Aktienbarometer DAX:
Nachdem der deutsche Blue Chip-Index bereits fest in die neue Woche gestartet war, legte dieser auch gestern zunächst noch einmal nach. Gleich in den ersten Handelsminuten konnte ein neues Allzeithoch um 12.950 Punkte etabliert werden. Dieses wurde jedoch erneut nicht von den Investoren als der entscheidende Startschuss für den Übergang zu einem neuen positiven Trendimpuls gesehen, so dass sich im weiteren Handelsverlauf zum wiederholten Male keine Anschlussnachfrage einstellte, sondern Gewinnmitnahmen das Bild prägten.
Damit ergibt sich aktuell erneut das Risiko, dass -wie bereits am 2. und 14. Juni- ein sehr positives charttechnisches Signal generiert (der DAX erreicht ein neues Allzeithoch), dennoch im weiteren Verlauf keine unmittelbare prozyklische Bewegung herausgebildet wird. Insbesondere wenn das Bewegungshoch von Mitte Mai um 12.840 Punkte wieder nachhaltig unterschritten würde, dokumentierte sich erneut eine Pattsituation zwischen "Bullen" und "Bären" am Markt, wie sie zuletzt über mehrere Wochen zu beobachten war.
Auf Basis der aktuellen Befragungen der Marktteilnehmer zeigt sich dabei im kurzfristigen Bereich eine leicht "negative" Erwartungshaltung gegenüber dem weiteren Kursverlauf beim DAX. Wenngleich sich damit keine klassische "Wall of Worry" (Mauer der Angst) ableiten lässt, so ist das Anlegersentiment mit Blick auf einen Indexstand im Bereich eines Allzeithochs recht vorsichtig. Von einer gefährlichen Euphorie ist der Markt deutlich entfernt. Ein fortgesetzter DAX-Anstieg wird von einer derartigen Gemengelage unterstützt. Formationstechnisch ist zudem keine übergeordnete Trendumkehr abzuleiten, so dass wir weiterhin von einem intakten mittelfristigen Aufwärtstrend ausgehen. Strategisch lässt sich unverändert ein weiteres Kurspotenzial bis mindestens 13.300 Punkte ableiten.
"DAX, das "Spielchen" setzt sich fort".
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