DAX, wenig "Spielraum"
20.04.2017 - 10:01:36 Uhr
Helaba
Frankfurt a. M. (www.derivatecheck.de) - Die Analysten bei der Hessischen Landesbank Helaba berichten von deren aktuellen Blick auf das deutsche Aktienbarometer DAX:
Der DAX scheint sich im Bereich der psychologisch wichtigen 12.000er-Marke einpendeln zu wollen. Wie zuletzt übten sich die Marktteilnehmer, angesichts geopolitischer Unsicherheiten und der bevorstehenden Wahl in Frankreich, in Zurückhaltung. Insbesondere Letztgenannte steht derzeit im Fokus. Darüber hinaus sollte der Blick aber auch auf Italien gerichtet sein, da das Land noch immer mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen hat. So müssen in diesem Jahr über 2 Prozent des BIP an neuen Krediten aufgenommen werden, um nur einen Punkt zu nennen. Die in den USA laufende Quartalsberichtssaison lieferte hierzulande bisher noch keine Impulse. Immerhin zeichnet sich bei der Vola eine temporäre Entspannung ab, grundsätzlich besteht das auf technischer Basis generierte Long-Signal im Sinne tendenziell steigender Werte, jedoch weiterhin. In den USA werden heute wieder von diversen Unternehmen die Bücher geöffnet. Dies wird u.a. bei Philipp Morris (im Konsensus wird mit einem EPS in Höhe von 1,04 $ gerechnet, die Flüsterschätzungen gehen von 1,00 $ aus), ABC Bancorp (0,58), Mattel (-0,17) und Verizon Communication (0,98) der Fall sein. Der DAX wird heute schwächer in den Handel starten.
Von charttechnischer Seite gibt es kaum neue Erkenntnisse für den DAX. Einmal mehr zeichnete sich die Wichtigkeit der Supportmarke im Bereich von 12.007 Zählern ab. Darüber hinaus ist festzustellen, dass das tertiäre Verkaufssignal durch einen weiteren Schlusskurs unterhalb der 21-Tage-Linie, bei einem gleichzeitig vollzogenen Richtungswechsel des Durchschnitts, bestätigt wurde. Unter den DAX-Komponenten notieren zudem 63 % der Titel unterhalb der für den kurzfristigen Trend relevanten Average. Einen mittelfristig negativen Wert (aktueller Kurs vs. 55-Tage-Linie) weisen 40 % der Titel auf. Der DAX selbst hat gestern erstmals seit Anfang Februar an zwei aufeinanderfolgenden Tagen unterhalb des oberen Bandes des 55-Tage-Kama-Channels geschlossen. Damit droht zunächst ein Test der unteren Begrenzung bei 11.908 Zählern, welche nahezu mit der oberen 144er-Band korrespondiert. Weitere, relevante Unterstützungen finden sich darüber hinaus bei 11.823 und 11.731 Punkten. Auf der Oberseite scheint der Spielraum derzeit eher gering. Neben den bereits erwähnten, negativen Aspekten weist auch der als Trendfolger klassifizierte DMI ein Short-Signal auf.
Beachten Sie auch die Analyse der DZ BANK-Analysten zum deutschen Leitindex "DAX im Konsolidierungsmodus".
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