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Silber: Zwei Schritte zurück


12.07.2019 - 15:03:51 Uhr
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Der Silberpreis hinkt den konstruktiven Entwicklungen beim "großen Bruder" mindestens zwei Schritte hinterher, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Dennoch würden die jüngsten beiden Verlaufstiefs bei rund 14 USD auch hier die Möglichkeit auf die Ausprägung eines kleinen Doppelbodens eröffnen. In diesem Kontext habe das Edelmetall jüngst eine wichtige Schwelle getestet. Gemeint sei der seit Sommer 2017 bestehende Baissetrend (akt. bei 15,52 USD). Ein Bruch dieser Trendlinie würde die Ambitionen der Silberbullen unterstreichen. Um die eingangs beschriebene untere Umkehr abzuschließen, bedürfe es allerdings eines Spurts über das Widerstandsbündel aus dem Februarhoch bei 16,21 USD sowie der langfristigen Glättung der letzten 200 Wochen (akt. bei 16,27 USD).

Aus der Höhe des Trendwendemusters ergebe sich im Erfolgsfall ein kalkulatorisches Anschlusspotenzial von gut 2 USD. D. h., die horizontalen Hürden bei rund 18,50 USD würden dann wieder in Schlagdistanz rücken. Der diskutierte Befreiungsschlag würde auch der Hoffnung auf eine große Bodenbildung neue Nahrung verleihen. Für deren Abschluss seien unverändert Notierungen oberhalb des Mehrjahreshochs vom Sommer 2016 bei 21,11 USD vonnöten.

Das Halbjahresupdate möchten die Analysten nutzen, um eine Lanze für die Analyse hoher Zeitebenen zu brechen. Oftmals sorge eine Betrachtung auf Monats-, Quartals- oder Halbjahresbasis dafür, dass das Marktrauschen herausgefiltert werde und sich ein klareres Bild abzeichne. Ein gutes Beispiel für die Vorgehensweise der Analysten liefere aktuell der Silberpreis. Zunächst untermauere die 6-Monats-Betrachtung die Stabilisierungsansätze des Edelmetalls bei rund 14 USD. Auf Basis dieser Schlüsselunterstützung habe der Silberpreis im 2. Halbjahr 2018 ein klassisches "Hammer"-Umkehrmuster ausgebildet, ehe nun im 1. Halbjahr ein sog. "doji" gefolgt sei. Dabei würden die Hochs der beiden jüngsten Halbjahreskerzen ins Auge stechen, denn diese seien exakt deckungsgleich (16,21 USD)!

In der Konsequenz stelle die jüngste 6-Monats-Kerze gleichzeitig einen klassischen Innenstab dar. Ein Anstieg über die Schlüsselmarke von 16,21 USD würde die beschriebenen Candlestickmuster allesamt nach oben auflösen. Deshalb würden die Analysten einen Anstieg über dieses Niveau als strategisches Investmentkaufsignal definieren! Gelinge der Befreiungsschlag, gewinne nicht nur der Bodenbildungsprozess der letzten Jahre deutlich an Konturen, sondern es winke auch ein Anlauf auf das Hoch von 2016 bei 21,11 USD.

Silber sei aber aktuell auch unter relativen Gesichtspunkten im Vergleich zum Goldpreis einen Blick wert. Während der letzten acht Jahre habe sich Letzterer deutlich besser als der Silberpreis geschlagen. In der Konsequenz befinde sich das Gold/Silber-Ratio auf dem höchsten Stand seit Anfang der 1990er-Jahre. Nur Anfang des Jahres 1991 habe das Verhältnis zwischen beiden Edelmetallen kurzzeitig noch höher als derzeit notiert. Sollte sich die konstruktive Edelmetallprognose der Analysten tatsächlich bewahrheiten, besitze der Silberpreis vor diesem Hintergrund überdurchschnittliche Erholungschancen.

Fazit: Erfolgreiche Ausbrüche in unterschiedlichen Zeitebenen sowie verschiedenen Chartdarstellungsformen… dazu der Faktor "Saisonalität", der im 2. Halbjahr des US-Vorwahljahres für zusätzlichen Rückenwind sorge. Deshalb laute das Motto für die Edelmetallmärkte derzeit: "Wenn nicht jetzt, wann dann?" Gleichzeitig erlaube der erfolgte Ausbruch beim Goldpreis eine engmaschige Absicherung auf der Unterseite, wodurch sich wiederum ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis ergebe. Alles in allem würden die Edelmetalle eine interessante Assetklasse für den weiteren Jahresverlauf und darüber hinaus darstellen. (12.07.2019/ac/a/m)




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