Frankfurt a. M. (derivatecheck.de) - Die Experten bei der HSH Nordbank analysieren die gegenwärtige Lage am Ölmarkt und geben einen Ausblick auf Monatssicht.
Die Ölpreise hätten zuletzt am oberen Ende ihrer derzeitigen Handels-Range von 70 bis gut oberhalb von 80 US-Dollar/Barrel notiert. Damit hätten sie wie schon so oft in den vergangenen Monaten wieder einmal auf eine Änderung der Marktstimmung reagiert. So hätten die Ängste um die strukturellen Probleme in der Eurozone die Märkte stark belastet. Einige Peripherie-Länder hätten mit hohen Budgetdefiziten und/oder einer ausufernden Staatsverschuldung zu kämpfen gehabt. Gerüchte um eine Konkretisierung von Finanzhilfen hätten dagegen für eine Beruhigung der Situation und damit steigende Ölnotierungen gesorgt. Aber auch die neu entfachten Spannungen mit dem Iran, der an seinem Urananreicherungsprogramm festhalte und der Konflikt zwischen der französischem Mineralölfirma Total und seiner Belegschaft hätten zu den höheren Ölpreisen beigetragen.
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Nach Einschätzung der Analysten sollten die Ölnotierungen in der nächsten Zeit noch in ihrer aktuellen Handels-Range verharren. Entsprechend rechnen die Marktbeobachter zur Jahresmitte mit einem Ölpreis bei 75 US-Dollar/Barrel. Eine deutliche Verschiebung der Handelsrange nach oben sei momentan noch nicht in Sicht, da sich die fundamentalen Eckdaten noch nicht in dem Maße aufgehellt hätten. Die Ölnachfrage bleibe vorerst noch vergleichsweise schwach, vor allem wenn der Blick auf die OECD-Staaten falle. Denn die holprige konjunkturelle Erholung unterbinde einen dynamischeren Ölverbrauch. Die steigende Staatsverschuldung vieler Länder dürfte im laufenden Jahr den Erholungsprozess erschweren und auf die Stimmung drücken. Daneben befänden sich die Rohöllagerbestände auf hohen Niveaus, so dass die Versorgungslage auf dem Ölmarkt als gut zu bezeichnen sei. Die hohen Lagerbestände dürften auch nur allmählich abgebaut werden.
In der zweiten Jahreshälfte könnte die Ölnachfrage wieder stärker anziehen, was zu höheren Ölpreisen führen sollte. Nichtsdestotrotz dürfte der Preisanstieg echt moderat ausfallen, da die Ölnachfrage insgesamt für das Jahr 2010 in etwa nur Vorkrisenniveaus erreiche. Gleichzeitig gingen derzeit von der Angebotsseite noch kaum Restriktionen aus. Die OPEC sollte mit nachlassender Fördermengendisziplin ihre Produktion moderat ausweiten, während die Nicht-OPEC-Länder ebenfalls noch einmal ihren Output steigern könnten. Mittelfristig sei aber der Trend zu deutlich höheren Ölpreisen intakt. Mit der weiteren konjunkturellen Erholung und damit einer höheren Ölnachfrage sowie längerfristigen Knappheitsängsten dürften die Ölnotierungen zur Jahresmitte 2011 bei einem Niveau von rund 95 US-Dollar/Barrel ankommen, denn die Nicht-OPEC-Staaten könnten 2011 mit einem rückläufigen Angebot zu kämpfen haben.
Für weitere Informationen zu den Terminen nutzen Sie bitte die Verlinkung im Text. Eine ausführliche Übersicht der Daten des heutigen Tages wie auch vergangener Veröffentlichungen finden Sie im Termin-Topic. (26.02.2010/dc/a/r)