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Zentralbanken interessieren sich für eigene Kryptowährung


14.04.2020 - 09:00:00 Uhr
derivatecheck.de

Frankfurt a. M. (www.derivatecheck.de) - Ein neues Jahrzehnt, eine neue Krise des Finanzsystems. Seit 2009 gibt es die Kryptowährungen, dezentrale Digitalwährungen wie Bitcoin, die ohne eine Zentralbank auskommen. Bitcoin entstand unter anderem als eine Antwort auf das brüchige, ständig inflationierende Fiat-Money-System unserer Tage.

Bislang hat sich Bitcoin und seine Blockchain prächtig entwickelt. Nun gibt es Überlegungen seitens von Zentralbanken und Staaten, ihre eigenen Kryptowährungen herauszugeben. Venezuela hatte es mit seinem Petro vorgemacht. Und dann wäre da noch Libra von Facebook, welcher das Thema noch weiter ins Licht der Öffentlichkeit gerückt hatte. Eine Bezeichnung für Zentralbanken-Kryptowährungen ist "CBDC", das steht für "Central Bank Digital Currency". Sind sie als Stable Coins konzipiert, es handelt sich also um Fiat-gedeckte Kryptowährungen, herausgegeben von den Zentralbanken. So wurden sie vom CBDC Whitepaper der Europäischen Zentralbank beschrieben. Nicht nur die Europäische Zentralbank, auch Kanada, Japan, das Vereinigte Königreich, Schweden und die Schweiz arbeiten gemeinsam als ein Konsortium an der Umsetzung einer solchen Währung.

Was bedeutet das für Bitcoin? Würde eine solche Zentralbank-Digitalwährung in direkter Konkurrenz zu Bitcoin stehen oder könnten beide nebeneinander koexistieren? Zunächst gilt es hervorzuheben, dass eine solche Digitalwährung im besten Falle nur pseudo-kryptografisch wäre. Die Kontrolle über die Geldmenge obliegt allein einer zentralen Instanz, im Gegensatz zum dezentralen Netzwerk von Bitcoin.

Während Bitcoins Geldmenge stetig und nach festgelegten Parametern wächst, bis der letzte der 21.000.000 BTC geschürft wurde, können die Zentralbanken selbst entscheiden, wann sie neues Digitalgeld ausgeben oder verbrennen wollen. Mithilfe der eigenen Blockchain wollen die Zentralbanken auch Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung bekämpfen, doch kann das genauso gut ein Vorwand sein, um den Transaktionsfluss der Bürger zu kontrollieren.

Bitcoin verfügt also weiterhin über Vorteile gegenüber dem Zentralbankengeld. Es ist dezentral, die Geldmenge lässt sich nicht manipulieren, sondern folgt einer verlässlichen, transparenten Geldpolitik. Völlig anonyme Transaktionen sind nicht im Sinne der Zentralbanken, doch auch hier kann Bitcoin (zurzeit) keine vollständige Anonymität bieten. Dafür gibt es Privacy Coins wie Monero.

Unter diesen Gesichtspunkten hat Bitcoin noch immer seine Daseinsberechtigung, selbst wenn das Papiergeld mit einem von den Zentralbanken ausgegebenen Digitalgeld ausgetauscht würde. Bitcoin könnte sogar von dieser neuen Situation profitieren. Bislang können sich viele Menschen nicht vorstellen, eine digitale Währung für ihre alltäglichen Geschäfte zu nutzen. Es gibt gute Gründe, noch immer Hart- und Papiergeld zu bevorzugen. Sollten sie allerdings durch die Zentralbanken und Staaten gezwungen werden, sich an digitale Währungen zu gewöhnen, dann fallen die Berührungsängste zu Bitcoin weg.

Das Prinzip von digitalen Währungen ist ihnen nicht mehr fremd, sie sind den Umgang mit rein elektronischem Cash bereits gewöhnt. Die Chance für Bitcoin liegt darin, dass dieses Zentralbanken-Geld noch immer von den Zentralbanken geführt wird. Nur weil das Geld von analog zu digital wechselt, bedeutet das noch lange nicht, dass die Zentralbanken mit ihrer Misswirtschaft aufhören werden.

Im Gegenteil, ein Geld, welches nur aus Nullen und Einsen besteht, lässt sich noch viel leichter kontrollieren, entwerten und von den Konten der Bürger pfänden. Sollte wieder eine Inflationsspirale, eingeleitet durch die Zentralbanken einsetzen, dann werden sich die Menschen nach Alternativen umsehen. Eine solche Alternative existiert bereits: Bitcoin. Allein die Suchanfragen nach Bitcoin kaufen oder Bitcoins per PayPal kaufen steigen derzeit stark an, was auf ein wachsendes Interesse zurückzuführen ist.

Das sind zugegebenermaßen optimistische Einschätzungen. Kritiker und Pessimisten argumentieren dagegen, dass ein von den Zentralbanken ausgegebenes Digitalgeld Kryptowährungen wie Bitcoin vom Markt werfen werden. Ob das tatsächlich der Fall sein wird, lässt sich anzweifeln. Bitcoin hat sich einen festen Platz als "digitales Gold" gesichert, als eine alternative Anlage zu Gold und traditionellen Assets.

Bis Bitcoin ein alltägliches Zahlungsmittel wird, dürften noch viele Jahre bis gar Jahrzehnte vergehen. Gleichzeitig schläft die Entwicklung der größten Kryptowährung nicht, wie das Lightning Network zeigt. Die Staaten können versuchen, Bitcoin zu verbieten, doch aufhalten können sie das Blockchain-Netzwerk nicht.

Dafür sorgt die dezentrale Verteilung. Sie müssen Bitcoin als eine Konkurrenzwährung akzeptieren, die ihren Währungen in Sachen Transparenz und Fairness überlegen sein wird und mit der die Menschen handeln wollen, sollte sich der traditionelle Markt in einer Schieflage befinden. (14.04.2020/dc/a/r)






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