Eurozone, schmeichelhafte Inflation 15.06.2012 - 09:50:33 Uhr
HSBC Trinkaus & Burkhardt
Frankfurt a. M. (www.derivatecheck.de) - Die Analysten bei der HSBC erkennen eine in der Eurozone zunehmend schmeichelhafte Inflation.
In der Eurozone habe die Inflation im Mai 2,4 % betragen. Der Anstieg der Konsumentenpreise habe sich damit im Vergleich zum Vormonat (2,6 % gg. Vj.) verlangsamt. Grund dafür seien vor allem günstigere Preise an den Zapfsäulen, die dank des jüngsten Ölpreisrückgangs zu Stande gekommen wären. Zwar liege die Teuerung damit weiterhin oberhalb des Inflationsziels der EZB ("unter aber nahe 2 %"), grundsätzlich spiele eine Entspannung an der Preisfront der Notenbank dennoch in die Hände, wenn nötig, weitere expansive geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen.
In den USA sei die Inflation mit einem Rückgang um 0,3 % im Monatsvergleich so stark zurückgegangen wie seit 2008 nicht mehr ausgefallen. Vor allem günstigeres Benzin habe für eine entsprechende Erleichterung gesorgt. Im Jahresvergleich sei die Teuerung von 1,8 % auf 1,7 % gesunken. Die US-Notenbank habe damit wohl grundsätzlich Spielraum um ein weiteres QE-Programm anstoßen zu können, zumal sich der Arbeitsmarkt weiter nur schwach entwickele. So wären zuletzt mit 386.000 wieder 6.000 mehr Anträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt worden.
Der Euro habe zum US-Dollar leicht zulegen können und dürfte sich, so die Experten bei der HSBC, heute oberhalb von 1,26 USD festsetzen. Die Schweizerische Nationalbank sei ihrem geldpolitischen Kurs treu geblieben und habe auf ihrer gestrigen Sitzung den Leitzins unverändert in der Range von 0-0,25 % belassen. Zudem habe die SNB den Euro-Mindestkurs von 1,20 CHF aufs Schärfste verteidigt. Im aktuellen Umfeld, in dem die Risiken für die Schweizer Konjunktur außergewöhnlich hoch sind, sei der Mindestkurs das einzig richtige Konzept. Die Aufblähung der Devisenreserven – im Mai mussten Euro im Wert von rund 60 Mrd. Franken gekauft werden – müsse dabei in Kauf genommen werden, die daraus entstehenden Risiken seien tragbar. Weitere Maßnahmen wie Kapitalverkehrskontrollen sollten nur bei einer Eskalation der Krise in Betracht gezogen werden.
Die HSBC-Experten berichten weiter, dass in Großbritannien die Notenbank (BoE) plane, die Kreditvergabe an den Privatsektor durch die Bereitstellung zusätzlicher Liquidität anzukurbeln. Die BoE solle zudem ihre Notfall-Liquiditäts-Hilfe aktivieren.
Lesen Sie auch den zugehörigen Artikel US-Konjunktur, langsam, aber stetig von den HSBC-Experten.
Eine Übersicht zu den aktuellen Terminen und Wirtschaftsdaten finden Sie im Termin-Topic. (15.06.2012/dc/a/m)
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