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Rohstoffe: Jahresausblick Teil 1


08.01.2019 - 10:27:25 Uhr
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Gemessen an den Entwicklungen des vergangenen Jahres - Stichworte: Handelsstreit, Brexit, Aktienmarktkorrektur, inverse Zinsstruktur - muss der Jahrgang 2018 an den Edelmetallmärkten als Enttäuschung bezeichnet werden, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

So habe der Goldpreis sein Jahreshoch (1.366 USD) unmittelbar nach Jahresbeginn im Januar ausgeprägt und im Anschluss an ein konstruktives 1. Quartal deutlich Federn lassen müssen. Die steigenden Opportunitätskosten der Goldhaltung in Form deutlich anziehender US-Zinsen sowie fallender EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275)-Notierungen hätten sich letztlich als dominierende Belastungsfaktoren erwiesen. Noch schlimmer habe es 2018 den Ölpreis erwischt. Der scharfe Kursverfall des letzten Quartals sorge hier für einen Jahrgang "zum Vergessen". Per Saldo würden also Gold- bzw. Ölinvestoren eher mit "verbrannten Fingern" ins neue Jahr gehen, was sprunghafte Handlungen begünstigen dürfte. In die gleiche Kerbe schlage die geringe Schwankungsintensität - besonders beim Goldpreis. Die entscheidenden Signalmarken, welche eine neue Bewegungsdynamik entfachen dürften, würden die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt im Folgenden herausarbeiten. Beim Blick in die "große Glaskugel" gelte wie in jedem Jahr der alte Bergmannsspruch: "Vor der Hacke ist es dunkel!"

Um Licht in dieses Dunkel zu bringen, würden die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt mit dem Blick auf den Jahreschart des Goldpreis-Future starten. Grundsätzlich möchten sie Anlegern die Analyse langfristiger Charts und hoher Zeitebenen wärmstens ans Herz legen. Abseits des hektischen "auf und ab" im Tagesbereich würden sich mithilfe der Analyse einer hohen Zeiteinheit oftmals die großen Trends identifizieren lassen. Diese Feststellung sollte durchaus als flammendes Plädoyer für den Nutzen langfristiger Chartbetrachtungen verstanden werden und der Jahreschart des Goldpreis-Future liefere hierfür ein nahezu lehrbuchmäßiges Beispiel.

Das zweite Jahr in Folge liege hier ein sog. "inside year" vor, d.h. sowohl die Kursaktivität von 2017 als auch jene von 2018 verblieb innerhalb der im Jahr 2016 gesetzten Leitplanken von 1.061 USD auf der Unter- bzw. 1.378 USD auf der Oberseite. Neben den beschriebenen Innenstäben falle noch ein weiteres Verhaltensmuster ins Auge: In den letzten Jahren habe das Edelmetall seine Jahreshochs regelmäßig auf ähnlichen Niveaus ausgebildet. Seit 2016 hätten diese sogar in einer äußerst engen Range zwischen 1.359 USD und 1.378 USD gelegen. Damit habe man einen ersten strategischen Signalgeber ermittelt!

Schließlich würde ein Sprung über die zuletzt angeführten Hürden nicht nur für ein neues Verlaufshoch, sondern auch für eine "bullishe" Auflösung der beschriebenen "inside years" sorgen. Ein weiterer Aspekt sei an dieser Stelle wichtig, denn der Jahreschart des Goldpreis-Future beinhalte auch eine positive Botschaft: So stamme das zyklische Verlaufstief von 1.046 USD aus dem Jahr 2015 und liege damit bereits vier Jahre zurück. In den darauf folgenden Jahren habe das Edelmetall jeweils höhere Verlaufstiefs ausgeprägt. Letztlich mache dieses Verhaltensmuster Mut, indem es eine Bodenbildung begünstige. Abgeschlossen sei diese freilich erst, wenn dem Goldpreis der Spurt über die jüngsten Jahreshochs gelinge. Hiermit schließe sich der Kreis, sodass Investoren die Tragweite einer Auflösung der beschriebenen Innenstäbe gar nicht hoch genug einschätzen könnten.

Im nächsten Schritt möchten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt die Zeitebene sukzessive herunterbrechen. Eine Vorgehensweise, die die Analysten Anlegern wärmstens ans Herz legen möchten. Mithilfe des hohen Zeithorizonts werde das "große Bild" herausgearbeitet, während in den untergeordneten Zeitebenen in einem zweiten Schritt die konkrete Timingentscheidung vorgenommen werde.

Deshalb würden die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt als Nächstes den Monatschart des Goldpreises analysieren. Bereits auf den ersten Blick verdeutliche dieser Chart, dass der Goldpreis seit Juni 2013 unter dem Strich lediglich seitwärts hin und her pendle. Der Bruch des im September 2011 etablierten Abwärtstrends (akt. bei 1.163 USD) habe (bisher) also kein nennenswertes Aufwärtsmomentum nach sich gezogen.

Vielmehr habe das Edelmetall im August bzw. September 2018 einen lehrbuchmäßigen Pullback an den seit dem Allzeithoch bei 1.920 USD bestehenden Baissetrend hinnehmen müssen. Da es bei diesem idealtypischen Rücksetzer geblieben sei, sorge selbst die verhaltene Kursentwicklung des Jahres 2018 letztlich für eine Bestätigung des beschriebenen Trendbruchs. Damit gewinne auch eine multiple Bodenbildung - definiert durch die Tiefs bei 1.181/1.046/1.122/1.160 USD - zusehends an Konturen. Abgeschlossen sei die untere Umkehr allerdings erst, wenn die Hochs der letzten Jahre bei 1.366/1.375 USD übersprungen würden. Untermauert würden die angeführten Hürden durch das 38,2%-Fibonacci-Retracement des gesamten Korrekturimpulses von September 2011 bis Dezember 2015 (1.380 USD). Lohn der Mühen wäre im Erfolgsfall ein kalkulatorisches Anschlusspotenzial von rund 300 USD.

Auf dem Weg zum Ausschöpfen dieses Anschlusspotentials definiere die Kombination aus der Parallelen zum Erholungstrend seit Ende 2015 (akt. bei 1.521 USD) sowie den Tiefs vom Dezember 2012 und Mai 2012 bei 1.522/1.527 USD ein wichtiges Etappenziel. Das Aufzeigen möglicher Renditepotentiale sei aber nur die eine Seite der Medaille. Wichtiger als die Anlaufmarken auf der Oberseite seien zweifelsfrei die Absicherungen auf der Unterseite. Schließlich gehe es aus Investorensicht in erster Linie darum, das Risiko unter Kontrolle zu halten. Nur diesen Teil eines Trades könnten Anleger durch die Wahl ihres Stopps tatsächlich beeinflussen. Als strategische Absicherung sei das Jahrestief der letzten zwölf Monate (1.160 USD) prädestiniert, welches im Zusammenspiel mit der Kreuzunterstützung aus dem Erholungstrend seit Dezember 2015 (akt. bei 1.175 USD) sowie dem oben genannten ehemaligen Abwärtstrend einen markanten Auffangbereich bilde. Falle diese Bastion, wäre auch die sich abzeichnende Bodenbildung mit einem dicken Fragezeichen zu versehen. Ein weiteres Herunterbrechen der Zeitebene auf Wochenbasis fördere den wichtigen kurzfristigen Signalgeber bei rund 1.240 USD zu Tage.

Ein Sprung über die Kombination aus der flach verlaufenden 200-Wochen-Linie (akt. bei 1.234 USD) sowie den verschiedenen Hoch- und Tiefpunkten bei rund 1.240 USD würde den Grundstein für einen Anlauf auf die bereits herausgearbeitete strategische Leitplanke bei rund 1.370 USD legen. Der Wochenchart des Goldpreises sei noch aus einem anderen Blickwinkel heraus hoch interessant: So habe die Schiebezone der letzten Jahre zur Konsequenz, dass sich die Bollinger Bänder sehr stark zusammengezogen hätten. Im Verlauf des Jahres 2018 habe der Abstand zwischen den beiden Begrenzungen des Volatilitätsindikators sogar das niedrigste Niveau des Jahrtausends erreicht. Mit anderen Worten: Die Schwankungsbreite des Edelmetalls notiere auf einem sehr niedrigen Level.

In der Vergangenheit habe eine solche Konstellation regelmäßig als der ideale Nährboden für einen dynamischen Bewegungsimpuls gedient. In die gleiche Kerbe schlage derzeit der Point & Figure-Chart des Goldpreises. Zunächst einmal unterstreiche diese Chartdarstellungsform die Bedeutung des Triggers bei 1.240 USD bzw. des großen Signalgebers bei 1.370 USD. Letztlich zeichne sich diese in Europa etwas in Vergessenheit geratene Chartart dadurch aus, dass das Marktrauschen herausgefiltert werde.

Damit eine neue Spalte im Chartverlauf begonnen werde, bedürfe es einer Mindestbewegung in entgegengesetzter Trendrichtung. Kleinere Schwankungen würden indes nicht abgebildet. Die beschriebene Bewegungsarmut finde also auch in der geringen Spaltenanzahl im P & F-Chart der Jahre 2017 und 2018 ihren Niederschlag. Um die gesamte Kursaktivität der vergangenen zwölf Monate abzubilden, seien nur acht Spalten nötig gewesen - auch dabei handle es sich um den niedrigsten Wert des Jahrtausends. Nur damit man einen Vergleichsmaßstab habe: Die Kursentwicklung des Jahres 2015 habe mit 19 Spalten einen mehr als doppelt so großen Raum eingenommen wie die gerade beendete 12-Monats-Periode.

Per Saldo begünstige auch der P & F-Chart einen dynamischen Kursschub. Das Jahr 2019 sei also prädestiniert, um auf der Edelmetallseite für einen neuen Vola-Impuls zu sorgen. Ein Spurt über den Trigger bei rund 1.240 USD bzw. über den strategischen Signalgeber bei rund 1.370 USD liefere hierfür den Startschuss. Fast noch dramatischer präsentiere sich die beschriebene Schwankungsarmut, wenn Anleger den Goldpreis in EUR analysieren würden. Im 3. Quartal 2018 habe das Edelmetall auf EUR-Basis zwei Mal im Bereich der 61,8%-Korrektur der Aufwärtsbewegung von 2013 bis 2016 (1.012 EUR) die Kurve bekommen.

Dank der anschließenden Kursavancen lägen mittlerweile wieder Kaufsignale seitens der trendfolgenden Indikatoren MACD und Aroon vor. Doch mit Blick auf den Chartverlauf gelte es noch eine ganz entscheidende Hürde zu nehmen. Gemeint sei die Kombination aus der 200-Wochen-Linie (akt. bei 1.091 EUR) und dem im November 2016 etablierten Abwärtstrend (akt. bei 1.093 EUR). Gelinge der Befreiungsschlag, könne die Kursaktivität der letzten gut zwei Jahre als langgezogene Korrekturflagge interpretiert werden, deren Auflösung nach oben für ein großes Investmentkaufsignal sorge. In der Folge würden die Hochpunkte des Jahres 2016 bei 1.233/1.246 EUR wieder in den Blickpunkt rücken.

Auf dem Weg zum Ausschöpfen dieses Kurspotenzials würden die verschiedenen Hoch- und Tiefpunkte bei rund 1.155 EUR ein wichtiges Zwischenziel markieren. Als Absicherung biete sich im Ausbruchsfall das Tief vom vergangenen November bei 1.047 EUR an, sodass im Umkehrschluss ein Longtrade mit attraktivem Chance-Risiko-Verhältnis entstehe. Aufgrund der "Nähe" des charttechnischen Signalgebers werde auf EUR-Basis eine positive Weichenstellung vermutlich früher als auf USD-Basis vorgenommen. Der Chart des Goldpreises in EUR besitze also mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Vorlauffunktion.

Traditionell würden die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt im Jahresausblick auch auf zyklische Aspekte eingehen. Angelehnt an den US-Präsidentschaftszyklus hätten die Analysten deshalb untersucht, wie sich der Goldpreis typischerweise in Vorwahljahren der USA entwickle. Als Datenbasis würden dabei alle Vorwahljahre seit 1971 dienen.

Der Jahresauftakt bis zum Ende des 1. Quartals falle dabei verhalten aus. Letztlich sei diese Periode durch ein volatiles Nullsummenspiel geprägt. Ab dem Frühjahr greife dem Goldpreis allerdings der dann einsetzende saisonale Rückenwind unter die Arme. Diese saisonal starke Phase halte bis zum Ende des Vorwahljahres an und werde lediglich durch die typische Korrektur von Ende Mai bis Juni sowie einer seitlichen Schiebezone im Herbst unterbrochen. Im Durchschnitt beschere das Vorwahljahr Goldinvestoren ein zweistelliges Kursplus bei einer Trefferquote von 67%. D.h., acht der zwölf Vorwahljahre seit 1971 habe der Goldpreis mit Kursgewinnen beenden können. Im Ergebnis stelle das gerade eingeläutete Vorwahljahr unter saisonalen Gesichtspunkten den zweitbesten Teilabschnitt innerhalb des vierjährigen US-Wahlzyklus dar. Die Saisonalität stelle aber nur einen von vielen Einflussfaktoren dar. Ein Ausbruch über die oben genannten charttechnischen Schlüsselgrößen gehöre ebenfalls dazu. (08.01.2019/ac/a/m)




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