DAX-Sentiment, zwiespältige Stimmung 23.08.2007 - 11:05:13 Uhr
Cognitrend
Frankfurt (derivatecheck.de) - Die Analysten bei cognitrend berichten von den Entwicklungen der vergangenen Woche und von dem erwarteten Trend des DAX.
Den diesjährigen Sommer hätten sich die meisten heimischen Marktteilnehmer sicherlich etwas anders vorgestellt. Klimatisch gesehen könnte man ihn gerade noch als durchschnittlich bezeichnen. Börsentechnisch hingegen seien solche volatilen Sommermonate nicht die Regel. Generell hätte sich der Markt auch diesmal auf eine ruhigere Zeit eingerichtet - auf eine typische Sommerpause. Aber die Börse nehme nun mal keine saisonbedingte Auszeit. Sie pausiere nicht. Das hätten in den vergangenen Wochen viele Investoren schmerzlich feststellen müssen.
Dies gelte aber weniger für die Höhe der Verluste, die der DAX seit Mitte Juli eingesteckt habe. Nach einem sehr bewegten ersten Halbjahr dürften elf Prozent Kurskorrektur einen gestandenen DAX-Anleger sicher nicht gleich umhauen. Das Problem scheine also weniger die Größenordnung der Abwärtsbewegung zu sein, sondern mehr die Unsicherheiten, die sie begleitet hätten. Die US Hypothekenkrise und ihre Ausläufer sollen in allen Märkten für sehr viel Aufruhr gesorgt haben.
Aber angesichts der Crash-Szenarien einiger Experten und ständiger Vergleiche heutiger Kursmuster mit denen der Jahre 1929 und 1987 habe sich der deutsche Aktienmarkt relativ tapfer geschlagen. Allein, dass selbst ein Minus von 5,5 % des Tokioter Aktienmarktes dem DAX nur wenig Schaden zugefügt habe, spreche aus Sicht der Strategen bei cognitrend für seine grundsätzlich gute Verfassung. In der Vergangenheit hätte man auf solche Kurseinbrüche wesentlich sensibler reagiert. Aber der Markt habe sich ganz offensichtlich verändert. Gleichwohl würden immer noch viele Akteure Zeit und Geld investieren, um mit Mustern eben dieser Vergangenheit die Zukunft des DAX punktgenau vorherzusagen.
Zur relativ stabilen Verfassung des deutschen Aktienmarktes in Anbetracht des düsteren Umfelds hätten sicher auch die Teilnehmer des Panels beigetragen. Zwar seien sie während des ersten Halbjahres deutlich zu skeptisch eingestellt, dafür habe sie die Abwärtsbewegung im entscheidenden Moment nicht unvorbereitet getroffen. Seitdem würden sie, von kurzfristigen Anpassungen einmal abgesehen, in ihrer pessimistischen Einstellung auch ziemlich eisern bleiben. Die heutige Erhebung zeige laut den Handelsexperten zwar, dass die Marktstimmung wieder der 50 %-Marke entgegenstrebe, was aber wahrscheinlich an den jüngsten Aktivitäten der US Notenbank liege.
Einige hätten sich nach der Diskontsatzsenkung wohl gedacht, es sei wohl besser, seine Short-Position, bzw. vermutlich eher nur einen Teil davon, in Sicherheit zu bringen. Dem Kursverlauf nach zu urteilen, wäre dies bislang nicht die schlechteste Idee gewesen. Doch auch wenn die Börse die Fed-Aktion freundlich bewerte, die Furcht habe diese dem Markt nicht komplett nehmen können. Die Zinssenkung scheine eher einer Schmerzlinderung gleichzukommen als einer Symptombehandlung. Schon würden viele Institute ihren Zinsausblick revidieren. Die Ersten sollen sogar ihre Jahresendprognosen für den Aktienmarkt nach unten anpassen.
Der Sentiment-Indikator reflektiere derzeit auch die Marktstimmung der Gegenwart vortrefflich. Denn diese sei zwiespältig. Die Einen würden bereits das Ende der Krise ausrufen, da die Notenbank eingegriffen habe. Die Anderen plage die Sorge, dass es schon bald zu einer Verschärfung kommen werde, weil die Konjunkturrisiken zugenommen hätten. Bei derzeit gut gefüllten und fast gleichmäßig verteilten Bullen- und Bärenlagern sei eines ziemlich klar. Man wäre für beides vorbereitet. Egal wie also die Börse in der kommenden Woche reagiere, die größte Enttäuschung für viele Händler wäre wohl ein Ausbleiben der Volatilität.
Weitere Informationen zu den Unterstützungen und Widerständen finden Sie im Tools-Bereich.
Eine ausführliche Übersicht der relevanten Termine des heutigen Tages finden Sie im Termin-Topic. (23.08.2007/dc/a/i)
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