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EUR/USD, zunehmende Risikoaversion am Markt


08.09.2008 - 11:06:54 Uhr
Bremer Landesbank

Frankfurt a. M. (derivatecheck.de) - Die Handelsexperten der Bremer Landesbank berichten über die aktuelle Situation und die Aussichten des Euro (EUR/USD).

Das US Finanzministerium habe die Kontrolle (Zwangsverwaltung) bei den Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mc übernommen. Die Regierung werde als Verwalter agieren, um Schaden von den Immobilien- und Finanzmärkten abzuwenden. Diese Aktion sei keine volle Verstaatlichung. Anstehende Kapitalmaßnahmen durch den Staat würden jedoch zu einer deutlichen Verwässerung des Kapitalanteils der bisherigen Eigner führen. Mithin ist es aus Sicht der Experten eine "Quasi-Verstaatlichung. Offensichtlich, so die Analysten bei der Bremer Landesbank, ist eine Ursache der Krise, dass Unternehmen wie Fannie oder Freddie zu groß sind, um scheitern zu können. Mithin ergebe sich hier ein strukturelles Problem, das nur strukturell gelöst werden könne. Was für Fannie und Freddie gelte, ist nach Meinung der Analysten übrigens auch auf andere zu große Strukturen an Finanzmarkt anwendbar. Es sei schon erstaunlich, dass genau dieser Lösungsansatz in der Krise bisher nicht diskutiert worden wäre. Aus der Historie ergebe sich eine Steilvorlage durch den US-Glass-Steagall Act (Zerschlagung der Trusts). In diesem Zusammenhang sei die Schaffung eines neuen Schwergewichts am deutschen Bankenmarkt, das dann auch definitiv "too big to fail" ist, schon bemerkenswert. Offensichtlich, so die Marktbeobachter, seien die Lernkurven aus dem Debakel der Finanzkrise bisher wenig ausgeprägt!

Der Devisenmarkt habe beim US-Dollar ambivalent agiert. So habe der US-Dollar gegenüber europäischen Währungen an Boden verloren. Dagegen habe der US-Dollar gegenüber dem Japanischen Yen deutlich zugelegt. Diese Verhaltensmuster belegten, dass der Markt verunsichert sei und Risikopositionen zurückfahre. Ergo handle es sich hier nicht nur um ein Urteil, ob diese Maßnahme ultimativ pro oder contra US-Dollar zu bewerten sei. Mithin impliziere diese Marktreaktion zunehmende Risikoaversion an den internationalen Finanzmärkten. Genau diese zunehmende Risikoaversion spiegelt nach Ansicht der Experten den Umstand, dass die globale Finanzkrise an Volumen gewinne, dass die Probleme tendenziell zu- und nicht abnähmen.

Zusammenfassend ergibt sich laut den Strategen ein Szenario, das eine neutrale Haltung in der Parität EUR/USD favorisiere. Erst ein Überwinden des Widerstandsniveaus bei 1,4500 bis 1,4520 drehe den Bias auf positiv. Mit Unterstützung könne beim Euro bei 1,4200, bei 1,4150 und bei 1,4100 gerechnet werden. Auf Widerstand stoße die Einheitswährung bei 1,4450, bei 1,4500 und bei 1,4550 US-Dollar.

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